Ratgeber
Was eine Parkplatzüberdachung mit Photovoltaik kostet
Was eine Photovoltaik-Überdachung für Kundenparkplätze kostet, hängt an sechs Posten: Spannweite, Fundamente, Untergrund, Entwässerung, dem Weg zum Netzanschluss und der Zahl der Ladepunkte. Die Spannen je Stellplatz stehen weiter unten, ein Festpreis entsteht erst nach der Standortprüfung.
Die Spanne und was sie bedeutet
Der Unterschied zwischen 1.650 und 2.050 Euro je Kilowattpeak sind rund 25 Prozent. Bei einer Anlage mit 160 Kilowattpeak sind das 64.000 Euro. Das ist kein Verhandlungsspielraum, sondern der Abstand zwischen einem einfachen und einem aufwendigen Standort.
Die Größe
Genehmigung, Planung und Baustelleneinrichtung fallen einmal an. Ob sie sich auf 40 oder auf 150 Stellplätze verteilen, entscheidet spürbar über den Preis je Kilowattpeak. Deshalb liegen kleine Anlagen am oberen Ende der Spanne und große am unteren.
Die Fundamente
Auf gewachsenem Boden reichen Punktfundamente. Sie werden gesetzt, der Belag wird geöffnet und wieder geschlossen, fertig. Über einer Tiefgarage ist das anders: Dann muss die Last in das bestehende Tragwerk eingeleitet werden, und das verlangt eine Statik für ein Bauwerk, das jemand anderes gerechnet hat.
In einem Wasserschutzgebiet kommen Auflagen zur Gründung dazu. Bei schlechtem Baugrund wird tiefer gegründet oder es kommen Bodenaustausch und Verdichtung hinzu.
Der Untergrund
Asphalt lässt sich öffnen und schließen, Verbundpflaster auch. Beide sind unproblematisch. Beton kostet mehr, weil er aufgebrochen und wiederhergestellt werden muss.
Die Entwässerung
Eine Überdachung fasst Regenwasser, das vorher flächig abfloss oder versickerte. Wohin es danach darf, entscheidet die Behörde. Ein Anschluss an einen vorhandenen Kanal ist der günstige Fall. Eine Rigole oder ein Rückhaltebecken ist der teure.
Der Netzanschlusspunkt
Die Entfernung zwischen Anlage und Übergabestation zählt in Metern Kabel und Metern Graben. Über einen Parkplatz zu graben ist nicht teuer, aber es ist auch nicht umsonst. Reicht die vorhandene Anschlussleistung nicht, kommen Kosten für die Erweiterung dazu, die deutlich über allem anderen liegen können.
Warum es vorher keinen Festpreis gibt
Wer Ihnen ohne Standortprüfung einen Festpreis nennt, hat entweder alle Unbekannten mit einem Aufschlag abgedeckt, den Sie bezahlen, oder er wird nachfordern. Beides ist teurer als eine Prüfung, die zwei Stunden dauert und nichts kostet.